Getreideharpfen - Trockengerüste in der Kulturlandschaft Osttirols (um 1955)

Die Veränderungen in der Landwirtschaft von der Selbstversorgung hin zur reinen Vieh- und Milchwirtschaft wirken sich mitunter auch in der Kulturlandschaft aus. Der Anbau von Getreide war in der Vergangenheit wichtiger Bestandteil der Grundversorgung der Tiroler Bauern. Heute sind die Getreideäcker fast gänzlich verschwunden und damit sind auch Nutzbauten und Vorrichtungen, die bei der Getreideernte wichtig waren, funktions- und nutzlos geworden.

Wer aufmerksam durch Osttirol fährt, wird allerdings auch jetzt noch zahlreiche leiterartige Holzgerüste auf den Feldern entdecken. Diese Trockengerüste, umgangssprachlich auch als "Harfen" oder "Harpfen" bezeichnet, dienten früher zum Nachreifen von Getreide und Hülsenfrüchten, wurden aber auch zum Nachtrocknen von Heu verwendet.

Ähnliche Holzkonstruktionen waren und sind in verschiedenen Gegenden der Ostalpen als Relikte der traditionellen landwirtschaftlichen Nutzung verbreitet: neben Osttirol auch in Nordtirol, in den Dolomiten, in Graubünden, aber auch sehr häufig in Kärnten und Slowenien.


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