Elektrizitätswerk in Schönberg - Wasserkraft am Ruetzbach (1909-1912)

Das für die Bereitstellung der Betriebsenergie der Mittenwaldbahn errichtete Wasserkraftwerk an der Ruetz ist bis heute ein Beispiel dafür, wie man am Beginn des 20. Jahrhunderts versuchte, technische Anlagen in eine klassische Architektursprache zu fassen. Auf diese Weise sollte der hohe kulturelle Anspruch sichtbar gemacht werden, der auch reinen Funktionsbauten zugestanden wurde. Diese Gebäude sind so gestaltet, dass ihre Einbindung in die Kulturlandschaft fast selbstverständlich wirkt.

Mit Entwurf und Bau des Elektrizitätswerks an der Ruetz stehen zwei bekannte Tiroler Namen in Verbindung: Josef Riehl (geb. Bozen 1842, gest. 1917 Innsbruck) und Ferdinand Mayer. Josef Riehl ist als Erbauer der Karwendelbahn von Innsbruck nach Mittenwald (= Mittenwaldbahn) in die Geschichte eingegangen. Ferdinand Mayer und sein späterer Partner Karl Innerebner (von der gleichnamigen Baufirma Innerebner und Mayer, die aus einem von Josef Riehl gegründeten Betrieb hervorging) leiteten ein bekanntes Tiroler Bauunternehmen. Das Ruetzkraftwerk wurde zeitgleich mit der Mittenwaldbahn im Auftrag der k.k. Staatsbahnen nach Plänen von Ferdinand Mayer errichtet.


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