Aderlass - medizinische Heilmethode und Frömmigkeitsübung auf einem Klostergemälde (um 1750)

Im Bereich der Kirchenkunst finden sich Plastiken und Bilder, die nicht nur zur Vermittlung religiöser Inhalte geschaffen wurden, sondern auch profane Themen behandeln: Tischsitten, Modetrends u.a. Eine Klostersammlung im Raum Innsbruck enthält ein Gemälde aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das einen als Frömmigkeitsübung zu deutenden Aderlass an einem Ordensmitglied - und somit ein medizinisches Thema - anschaulich vor Augen führt.

Das Bild zeigt den seligen Johannes Angelus Porro im Moment der Blutentnahme durch einen Mediziner. Zwei Novizen befinden sich an der Seite des Geistlichen. Der eine assistiert dem Arzt und hält eine Schale, in die das Blut rinnt. Der andere streicht über die Stirn des entrückt ins Leere blickenden Johannes Angelus. Zu den bemerkenswerten Einzelheiten der Abbildung zählen neben den der Szene beiwohnenden Putti am oberen Bildrand auch die Novizen, weil sie ebenfalls als engelsgestaltige Wesen mit Flügeln wiedergegeben wurden. Möglicherweise entstand dieses Detail in Verbindung mit dem Anliegen, nicht die medizinische Behandlung, sondern den spirituellen Charakter des Werkes in den Vordergrund zu rücken.


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