Lusthaus im landesfürstlichen Tiergarten in Innsbruck - Jagd im Tierpark (1570)

Zu den beliebtesten Freizeit- beschäftigungen der Adeligen gehörten in früheren Zeiten Jagden im Kreis einer illustren Gästeschar. Zu diesem Zweck entstanden in ganz Europa Tiergärten mit Jagdschlössern oder Lusthäusern, z.B. der so genannte "Pulverturm" im landesfürstlichen Tiergarten am Ende des Fürstenwegs in der Nähe des Innsbrucker Flughafens (heute: Universität Innsbruck, Institut für Sportwissenschaft).

Seit dem Mittelalter war das Jagen ein Privileg des Adels, doch das Recht des freien Tierfangs hatte auch Nebenwirkungen. Die Jagd war nicht nur eine anstrengende Angelegenheit mit vielen sportlichen Herausforderungen, sondern auch eine gefährliche Lustbarkeit mit großem Verletzungsrisiko. Außerdem wurden viele der adeligen Bewegungsjagden rücksichtslos über landwirtschaftliche Güter geführt, was zu großen Flurschäden führte.

Wer in einem Territorium welches Wild jagen durfte, lag im Ermessen des Fürsten. Nicht zuletzt war das der Grund, weshalb es zur Ausbildung der Begriffe der hohen und niederen Jagd kam, denn Hochwild (Hirsche, Gämsen) wurde vorwiegend vom Hochadel gejagt, wohingegen niedere Adelige und Bauern nur das Niederwild (Hasen, Rehe) erlegen durften.


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