Ostergrab in Pettneu am Arlberg
Heiliges Grab auf Bestellung (um 1890)

In Tirol haben sich zwei außergewöhnliche Heilige Gräber erhalten, nämlich jene der Pfarren Stanzach im Außerfern und Pettneu am Arlberg, die beide über Bestellungen aus Versandkatalogen an ihre Bestimmungsorte gelangten. Von weiteren derartigen Heiligen Gräbern in Brixen im Thale und Bach sind nur noch Teile erhalten.

Normalerweise wurden Heilige Gräber bei regional tätigen Malern in Auftrag gegeben, deren Namen manchmal in den Rechnungsbüchern der Kirchen überliefert sind. Doch im Unterschied zu diesen aufwändig hergestellten "Einzelstücken" kamen im Zuge der industriellen Revolution im späten 19. Jahrhundert auch solche auf, die nach einem gleich bleibenden Gestaltungsschema in höheren Auflagen produziert wurden. Diese Heiligen Gräber wurden u.a. von der Firma Zbitek im böhmischen Olmütz (heute: Olomouc) gefertigt und z.B. als "Transparentes Glas-Mosaik-Grab" vertrieben. Die Vermarktung erfolgte über Kataloge und Zeitungsinserate. Daneben gab es mit der "Kirchlichen Kunstanstalt" Adolf Vogl in Hall in Tirol auch in Tirol einen Produzenten für Heilige Gräber "von der Stange". Das Unternehmen gab in seinen Katalogen an, seine Heiligen Gräber seien "vorzüglich billig, dauerhaft leicht zum Aufstellen und Aufbewahren".


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