"Mariahilf" - eines der am weitesten verbreiteten Gnadenbilder im deutschen Sprachraum (ab 1520)

Fast jede Tirolerin und jeder Tiroler kennt das Gnadenbild "Mariahilf", das in unzähligen Kopien Häuser schmückt, auf Bildern und Votivtafeln abgebildet wurde und nach dem einige Kirchen benannt sind.

Beim Mariahilf-Bild handelt es sich um das wohl "erfolgreichste" religiöse Thema im gesamten Alpenraum. Seine enorme Beliebtheit ist darauf zurückzuführen, dass die Gottesmutter auf den Darstellungen nicht als vom weltlichen Leben abgerückte Heiligenfigur wiedergegeben wurde, sondern als eine "normale" Frau und Mutter. Das steht mit der Entstehungsgeschichte des ersten Mariahilf-Bildes von Lukas Cranach d.Ä. in Verbindung, der das Gemälde um 1520 vor dem Hintergrund seiner persönlichen Freundschaft mit Martin Luther und seines protestantischen Glaubens schuf. Das Bild befand sich ursprünglich in der Gemäldesammlung des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen und gelangte eigentlich "durch Zufall" nach Tirol, wo es seit 1650 am Hauptaltar des Domes zu St. Jakob in Innsbruck zu sehen ist. Seither wurde dieses "Urbild" tausende Male mehr oder weniger bildtreu kopiert, um den Schutz und die Fürsprache Mariens - wörtlich die Bitte "Maria hilf!" - auf die unterschiedlichsten Anliegen der Gläubigen zu übertragen.


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