"Heiliger Wandel" - die Heilige Familie auf der Wanderschaft (ab 1770)

Im Tiroler Unterland befinden sich in mehreren Kirchen und Kapellen Darstellungen des "Heiligen Wandels". Dabei handelt es sich um ein ikonographisches Thema, das schon im Mittelalter aufgrund der Möglichkeit, es sowohl volkstümlich als auch theologisch untermauert zu interpretieren, sehr populär war. Schließlich entwickelte sich der Heilige Wandel zu einem der beliebtesten Bildmotive der Gegenreformation, weil das Thema in Form von Kupferstichen europaweite Verbreitung fand und häufig kopiert wurde.

Der Leitgedanke des Heiligen Wandels ist die Darstellung einer Szene aus der Kindheit Jesu, wobei die Abbildung eines Jesuskindes, das von seinen Eltern Maria und Josef an der Hand geführt wird, manchmal auch als "Rückkehr aus Ägypten", "Rückkehr aus dem Tempel" oder "Gang der Heiligen Familie übers Gebirge" genannt wird. Alle diese Bezeichnungen gehen auf Überlieferungen in den so genannten apokryphen Schriften zurück, die man in der Vergangenheit oft dazu heranzog, um Motive für Darstellungen aus der Heilsgeschichte abzuleiten.


[..alles lesen]