Amateurfotografie - sozialgeschichtliche Dokumente der Vergangenheit (um 1918)

Aus einer privaten Fotosammlung sind im Tiroler Kunstkataster rund 200 Glasplattennegative im Format 9x12 cm erhalten, die einen sehr guten Einblick in den Bereich der Amateurfotografie geben. Die Aufnahmen stammen aus der Hand eines namentlich nicht bekannten Hobbyfotografen, der in der Hauptsache Familienmitglieder porträtiert sowie Familienszenen, Ausflüge und besondere Ereignisse festgehalten hat.

Aus einzelnen Beschriftungen der Papierhüllen, in denen die Negative verpackt sind, hat der Fotograf teilweise die Namen der abgebildeten Personen, Orte und Zeitangaben mit Bleistift vermerkt. Daraus und aus den gewählten Motiven lässt sich nur sehr oberflächlich das soziale Umfeld rekonstruieren, in dem die Fotografien entstanden sind: Der Fotograf und dessen Familie haben in Innsbruck gewohnt und stammen aus dem bürgerlichen Milieu. Ausflüge und Bergwanderungen in der näheren Umgebung und Sportarten wie Tennis gehören zu den Freizeitbeschäftigungen.

Jahreszahlen auf den Papierhüllen ("1918", "1919") lassen auch eine zeitliche Einordnung zu und verweisen darauf, dass es sich bei dieser kleinen Sammlung um ein relativ frühes Beispiel von Amateurfotografie in Tirol handelt.


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