Altarretabel - unter dem Einfluss der höfischen Renaissance (1500 - 1550)

In einer Kapelle nahe Innsbruck wird ein bemerkenswertes Altarretabel aus der Renaissance aufbewahrt. Es entstand in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts und somit in einer Epoche, in der das Kunstschaffen in Tirol von mehreren äußeren Faktoren geprägt war: Sowohl der Bergbau als auch der Fernhandel zwischen Süddeutschland und Oberitalien waren zurückgegangen. Auch der anfangs revolutionäre Geist der Reformation war erlahmt. Für die bildende Kunst hatte dies zur Folge, dass sich die Renaissance als Stilrichtung hier nie in der gleichen Weise entfalten konnte wie in ihrem Ursprungsland Italien. Es entstand eher eine Mischform, die sich aus Elementen der italienischen und der süddeutschen Renaissance zusammensetzte, was nicht zuletzt auf die Präsenz ausländischer Künstler in Tirol zurückzuführen ist. Sie gelangten vor allem als Hofkünstler hierher. Denn die Landesfürsten hatten schon zu Zeiten vor- und frühabsolutistischer Regierungsformen erkannt, dass ihre Repräsentationsbedürfnisse am besten durch Kunst befriedigt werden können. Die am Hof versammelten Künstler gestalteten aber eher profane Werke, weshalb sich aus der Renaissance in Tirol nur wenig sakrale Kunst erhalten hat.


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