Sanatorium der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Innsbruck (1909)

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden vielerorts Krankenhäuser und Sanatorien. Die neuen Krankenhäuser dienten der Volksgesundheitspflege. Sie entstanden vor dem Hintergrund des zunehmenden Wissens über den Verlauf und die Heilung von Krankheiten und den damit gestiegenen Anforderungen an die Hygiene. Doch ein Blick auf das 1909 von der Firma Johann Huter und Söhne realisierte Gebäude des Sanatoriums Kettenbrücke in Innsbruck veranschaulicht, dass die im Verhältnis zu den Krankenhäusern exklusiver gestalteten Sanatorien große Ähnlichkeit zu den zeitgleich entstandenen Hotels aufweisen.

Nicht nur die Wörter "Hotel" und "Hospital" haben eine gemeinsame Wurzel. Auch in architektonischer Hinsicht wurden sie in den meisten Fällen als "einhüftige" Anlagen konzipiert, d.h., dass im Inneren der Gebäude alle Hotel- bzw. Patientenzimmer von einem zentralen Verteilergang nur in eine Richtung aus gingen und zur Sonne und zur Aussicht orientiert wurden. Auf der anderen Seite des Ganges wurden Versorgungseinheiten wie Aufzüge, WCs etc. angelegt. Der Grund für das ähnliche Erscheinungsbild von Hotels und Sanatorien liegt darin, dass viele von ihnen - vor allem in den Gebirgsregionen - von Lungenkranken frequentiert wurden.


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