"Doktor über alle Doktoren" - Christus als Arzt und Apotheker auf Ölgemälden (ab  1700)

Die Annahme, dass Dämonen schwere Krankheiten verursachen, war noch bis in die Barockzeit verbreitet, und daher glaubte man, dass viele Seuchen, Leiden und Unfallfolgen nur durch himmlischen Beistand geheilt werden könnten. Wie ein kleines Gemälde aus der Region Telfs vor Augen führt, ist das der Grund, weshalb Christus gerne als Arzt und Apotheker dargestellt wurde.

In der Mitte des kleinen Bildes steht der jugendliche Christus. An seiner Seite und über ihm befinden sich Engel, die ihm bei seiner Arbeit als Apotheker assistieren. Im Hintergrund der Figuren öffnet sich eine für die Zeit um 1700 typische Apotheke. Ursprünglich bedeutete der Begriff Apotheke "Aufbewahrungsort", weshalb die so genannte "Materialkammer" in ihrem Zentrum stand. Dieser Raum war fast immer mit zweiteiligen Apothekerschränken eingerichtet. Ein Teil der Schränke enthielt Schubladen, ein anderer Teil Regale mit Flaschen und Dosen. Das Merkmal aller Behälter war ihre Beschriftung mit der lateinischen Bezeichnung für ein Heilmittel oder einfachen Initialen als Hinweis auf ihren Inhalt. Links von Christus ist ein Tisch abgebildet, auf dem Schreibutensilien, ein Rezept und eine Schüssel zum Vermischen von Medikamenten zu sehen sind.


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