Schleier und Haube - mittelalterliche Kopfbedeckungen auf Fresken in Schwaz (um 1475 )

Das gesamte Mittelalter hindurch war der Hof von Burgund in Modefragen tonangebend. Von dort breiteten sich neue Strömungen nach Süddeutschland aus und gelangten über diesen Weg auch nach Tirol. Unter diesen Voraussetzungen nimmt die Region Schwaz eine Sonderstellung ein, da durch die engen Handelsbeziehungen zu Augsburg neue Kleidersitten besonders rasch aufgenommen wurden. In einem der Turmzimmer der Burg Freundsberg können Fresken mit zarten Rankenmalereien besichtigt werden, in die auch zwei elegante Damen mit weißen Schleiern eingebunden sind, die zur Falkenjagd ausreiten. Die weit ausladende Form ihrer Kopfbedeckungen kann auf neue Frisuren zurückgeführt werden, die im 15. Jahrhundert aufkamen und in Verbindung mit Hauben und Schleiern bald zu mancher grotesken Stilblüte geführt wurden.


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