Halskrause - höfisches Accessoire auf Porträtgemälden im Unterinntal (um 1630)

Im späten 16. Jahrhundert entstanden, war die Halskrause zuerst ein ausschließlich den adeligen Damen vorbehaltenes Accessoire und kam erst allmählich auch bei männlichen Aristokraten in Mode. Es dauerte aber nicht lange, bis sich diese Kleidersitte auf internationaler Ebene ausbreitete und sich quasi auf "alle Herrschaften von Stand" übertrug. Bei manchen Würdenträgern stehen Halskrausen sogar heute noch in Funktion, z.B. bilden sie bei gewissen lutherischen Gemeinden einen Teil des Talars der PastorInnen.

In einer Kunstsammlung bei Kufstein haben sich zwei Porträts aus der Zeit um 1630 erhalten, auf denen die Dargestellten Halskrausen von bemerkenswertem Umfang und kunstvoller Machart tragen. Bei den Porträtierten handelt es sich um niemand Geringeren als Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) und seine zweite Gattin Eleonora Gonzaga (1598-1655), die 1622 in Innsbruck vermählt wurden.

Wie auf den Gemälden zu sehen, ist Eleonoras Krause prunkvoller als die Ferdinands. Das ist darauf zurückzuführen, dass diese Kragenform zuerst von der privilegierten Damenwelt mit dem Ziel für sich "erobert" wurde, durch die bald auch mit feinen Spitzen verzierten Krausen ihren sozialen Status eindrucksvoll zur Schau zu stellen.


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