Tischsitten und Tafelfreuden - Wandmalerei in der Kirche St. Veit in Telfs (um 1600)

In der Kirche St. Veit bei Telfs wurden zwischen 1981 und 1986 anlässlich einer Gesamtrenovierung Seccomalereien wieder entdeckt, die u.a. ein Jüngstes Gericht, eine Kreuzigung, einen hl. Christophorus und eine Tafelszene zeigen. Bei den dargestellten Tafelfreuden handelt es sich aber nicht um ein Letztes Abendmahl, sondern um das festliche Gastmahl im Hause Simons, bei dem eine Sünderin Jesus die Füße mit ihren Tränen wäscht, mit ihren Haaren trocknet und anschließend mit Öl salbt. Die Malereien entstanden um 1600 und wurden von einem Künstler geschaffen, der nicht auf dem Stand der künstlerischen Darstellungsformen seiner Zeit war. Daher wirken die Fresken in Bezug auf die Behandlung der Perspektive und die Art der Umsetzung der biblischen Inhalte mittelalterlich, obwohl sie an der Wende von der Spätrenaissance zum Barock bzw. am Vorabend des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) gemalt wurden.

Dennoch gewährt das Motiv des Gastmahls im Hause Simons Einblick in die Tischsitten und Tafelfreuden der Epoche.


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